Ökologie und Kontrolle invasiver Nacktschnecken


Ökologie und Kontrolle invasiver Nacktschnecken: Wechselwirkungen mit Umweltfaktoren und Bodenfauna

Invasive Arten stellen eine große Bedrohung für die Biodiversität und das Funktionieren von Ökosystemen dar, nicht zuletzt auch für die Landwirtschaft. Die Spanische Wegschnecke (auch Arion vulgaris oder Arion lusitanicus genannt) gehört zu den 100 invasivsten Arten in Europa. In den letzten Jahrzehnten hat sich diese Nacktschnecke über weite Teile Europas verbreitet und richtet sowohl in der Landwirtschaft, als auch in privaten Gärten große Schäden an.

Meist konzentrieren sich Studien zu invasiven Arten entweder auf deren Kontrolle oder Ökologie, selten jedoch auf beide Aspekte zugleich. Dieses Projekt betrachtet sowohl die Ökologie, als auch die Kontrolle der Spanischen Wegschnecke. Aktuelle Studien haben gezeigt, dass Regenwürmer als dominante Bodenlebewesen in vielen Landökosystemen, das Fressverhalten dieser Schneckenart beeinflussen können.

Deshalb werden drei Aspekte in der Ökologie von A. vulgaris und Kontrollmechanismen gegen diese invasive Art untersucht: (i) durch ein Citizen Science Projekt soll die Auswirkung von vergangenen und rezenten Regenfällen, Lufttemperatur, Pflanzendiversität und Regenwurmaktivität auf die Verbreitung von A. vulgaris in Österreich untersucht werden; (ii) ökologische Interaktionen zwischen der natürlich in diesem Lebensraum vorkommenden Weinbergschnecke (Helix pomatia) und der invasiven Nacktschnecke A. vulgaris bei unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen, sowie mögliche Auswirkungen von Regenwürmern auf diese Wechselwirkung, werden in einem faktoriellen Feldexperiment untersucht; (iii) ein Mesokosmenexperiment in einem Gewächshaus wird die Effizienz von chemischen (Eisen-III-Phosphat und Bioschneckenkorn) und biologischen (Fadenwurm Phasmarhabditis hermaphrodita) Schneckenbekämpfungsmaßnahmen bei unterschiedlichen Niederschlagsmengen und Regenwurmaktivität untersuchen.

Wir nehmen an, dass sowohl die Niederschlagsmenge, als auch die Aktivität von Regenwürmern im Boden die Ökologie, die Konkurrenz mit einheimischen Schnecken und die Wirksamkeit der Schneckenbekämpfungsmaßnahmen beeinflussen. Wir gehen davon aus, dass wir durch die gewählte transdisziplinäre Herangehensweise ein besseres Verständnis der Interaktionen zwischen Umwelteffekte und Organsimen erlangen, welches letztendlich auch zu einer nachhaltigeren Kontrolle diese invasive Schneckenart führen kann.

Team
Daniel Dörler
Micha Horacek
Johann Zaller

Projektpartner
Garten Tulln
HBLFA für Landwirtschaft, Landtechnik und Lebensmitteltechnologie Francisco Josephinum, Wieselburg

Publikationen
Dörler, D.; Zaller, J. (2014): BOKUArion: A citizen science project on the most famous pest slug in Europe. Poster; Annual Meeting of the Ecological Society of Germany, Austria and Switzerland, Hildesheim, September, 8-12, 2014

Dörler, D; Kropf, M; Zaller, JG (2015): BOKUArion: A citizen science project on the distribution of the invasive slug Arion vulgaris in Austria. Poster; GFÖ Annual Meeting 2015, Göttingen, GERMANY, AUG 31 - SEP 04, 2015
In: Gesellschaft für Ökologie, GFÖ 2015 Ecology for a sustainable future

Dörler, D; Kropf, M; Zaller, JG (2016): BOKUArion - Ein Citizen Science Projekt zur Spanischen Wegschnecke in Österreich. Österreichische Citizen Science Konferenz 2016, Lunz am See, AUSTRIA, FEB 18-19, 2016
In: Heigl, F; Dörler, D; Weigelhofer, G (Hrsg.), Citizen Science - Quo vadis?

Dörler, D; Scheucher, A; Zaller, JG (2018): Effects of earthworms and rainfall patterns on the efficacy of control measures against an invasive slug species. Poster. European Geosciences Union General Assembly 2018, Vienna, April 8-13, 2018, Geophysical Research Abstracts, 20, 16167-16167

Widhalm, T; Dörler, D; Zaller, JG (2018): Ist die Spanische Wegschnecke ein Problem?
Der Pflanzenarzt, 5, 28-29; ISSN 0031-6733

Dörler, D; Kropf, M; Laaha, G; Zaller, JG (2018): Occurrence of the invasive Spanish slug in gardens: can a citizen science approach help deciphering underlying factors? BMC Ecology, 18:23, doi.org/10.1186/s12898-018-0179-7

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