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Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2017-10-01 - 2018-09-30

Die Wolfsdichte hat in Europa in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen. Aufgrund der strengen gesetzlichen Schutzbestimmungen (Annex II und IV, FFH-Richtlinie) kam es zu großräumigen Arealerweiterung dieser Art in Gebiete, in denen sie seit vielen Jahrzehnten als ausgestorben galten. Dies hat dazu geführt, dass aus einzelnen Quellpopulationen im und um den Alpenraum regelmäßig Einzeltiere nach Österreich einwandern, sich hier kurzfristig aufhalten oder für längere Zeit niederlassen: Wölfe wandern aus den reproduzierenden Wolfspopulationen in den Westalpen (I, F, CH), dem südöstlichen Alpenraum (I, SLO) und der sich rasch expandierenden deutsch-westpolnischen Population immer wieder in den österreichischen Alpenraum ein. Eine Habitateignungsanalyse für Österreich zeigt, dass geeignete Lebensräume für den Wolf vorliegen. Zwischen 2009 und 2016 konnten alleine in den westlichen Bundesländern (Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Kärnten) 12 Wolfsindividuen nachgewiesen werden. Im letzten Jahr wurde auch nach mehr als 100 Jahren erstmals wieder in Österreich ein reproduzierendes Paar festgestellt, das im Truppenübungsplatz Allentsteig/NÖ vier Jungwölfe hervorgebracht hat. Die rückkehrenden Wölfe stellen eine Herausforderung für den Menschen und seine traditionelle Landnutzung dar. Insbesondere die Almwirtschaft ist hiervon betroffen. Jedes Jahr werden in Österreich auf über 8000 Almen mehr als 300000 Rinder, 100000 Schafe, 10000 Ziegen und 8800 Pferde gealpt. Für Wölfe stellen diese Nutztiere eine vergleichsweise leichte Beute dar, weshalb diverse Herdenschutzmaßnahmen und Entschädigungsmodelle diskutiert werden. Wölfe werden jedoch auch die Schalenwildpopulationen in Österreich in ihre zeitlich-räumlichen Nutzung beeinflussen, was sich wohlmöglich negativ auf die Erfüllung von Abschussplänen und damit auf die Reduzierung der schalenwildbedingten Wildschäden insbesondere in Bergwälder auswirken wird. Daneben ist zu erwarten, dass auch die Tourismuswirtschaft von der Anwesenheit von Wölfen beeinflusst wird, sei es direkt (z.B. Angst der Erholungssuchenden) oder indirekt (z.B. Aufgabe von Almen führt zu weniger attraktiven Landschaften). Die Koordinierungsstelle für Braunbär, Luchs und Wolf hat in diesem Zusammenhang bereits vor einigen Jahren Grundlagen und Empfehlungen im Umgang mit dem Wolf erarbeitet, die als Vorlage für die Erstellung von Managementplänen herangezogen werden können. Durch die großräumige Lebensraumnutzung des Wolfes ist es jedenfalls angebracht, ein alpenweites Management der Wolfspopulation anzustreben. Um nachhaltige Lösungen für die anstehenden Herausforderungen zu erarbeiten bedarf es zunächst der Beantwortung von essentiellen Fragen aus den Bereichen Wildbiologie, Agrarökonomie, Freizeit und Erholung sowie Biodiversitätsforschung.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2017-10-01 - 2020-09-30

Die Vegetationssukzession von der Baumgrenze bis zum Gletschervorfeld wird maßgeblich von Pflanzenfressern beeinflusst. Größere Herbivoren, gleich ob Wildtiere (Gämse, Reh, Rothirsch) oder Nutztiere (Rind, Schaf, Ziege) können durch Verbiss, Fegen, Schäle oder Losungsdeposition auf die Vegetation einwirken. Um die Ergebnisse der Gesamtvegetation und insbesondere aus den „permanent plots“ des Langzeitmonitorings sinnvoll interpretieren zu können, sind daher die Lebensraumnutzungen von Herbivoren angebracht. Diese sollte vom Waldrand bis zum Gletschervorfeld (bzw. der „vegetationsfreien Zone“) entlang des Höhengradienten erhoben werden. Zur Bestimmung der Lebensraumnutzung durch wiederkäuende Nutz- und Wildtiere werden im Abstand von 100m entlang des Höhengradienten von der Waldgrenze bis zur vegetationsfreien Zone in jedem Gebiet Zeitrafferkameras (PlotWatcher Pro HD, Day 6 outdoors, Columbus GA, USA) installiert. Diese nehmen während des Tages alle 10 Sekunden ein Bild auf, die Reichweite zur Bestimmung der Herbivoren beträgt ungefähr 100m. Die Kameras werden von Juni bis September aufgestellt, alle 2 Monate müssen die SD-Karten (64GB) und die Batterien (8 AA) ausgewechselt werden (durch NP-Personal). Die Bilder werden von externen Festplatten gespeichert und die Auswertung der Bilder erfolgt halb-automatisiert, sie beträgt pro Kamera und Tag ca. 10 Minuten. Um die Anzahl der fotografierten Individuen auf die Fläche umzurechnen, wird bei der Installation der Kameras die aufgenommene Fläche bestimmt. Wenn der Höhengradient eine Strecke von ca. 1 km ausmacht (ist noch festzulegen), dann werden pro Untersuchungsgebiet ca. 10 Zeitrafferkameras benötigt. Die Zeitrafferkameras werden in den Jahren 2016 und 2017 im Juni aufgestellt, Ende Juli/Anfang August gewartet (Tausch von Batterie und SD-Karten durch NP-Personal) und Ende September abgebaut. Im September beider Jahren erfolgt ein Tätigkeitsbericht inkl. Zwischenabrechnung. Für 2018 ist die Erstellung eines Endberichtes (inkl. Manual) vorgesehen. Die Bilder der Zeitrafferkameras werden bis zur Auswertung auf den externen Festplatten gespeichert und dann im Herbst/Winter ausgewertet. Als Ergebnis werden zeitliche und räumliche Muster der Lebensraumnutzung der großen Herbivoren entlang des Höhengradienten ermittelt. Diese können dann für die Interpretation der Vegetationsentwicklung herangezogen werden. Die Daten werden jährlich zusammengefasst.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2017-02-01 - 2018-01-31

In welchen Gebieten im Nationalpark Neusiedler See lassen sich mittels bioakustischer Methode territoriale Goldschakalgruppen nachweisen? Durch bioakustische Stimulation sollen bereits etablierte, territoriale Goldschakal-Gruppen innerhalb und östlich des Nationalparks systematisch erfasst werden. Ebenso wird - eine Informations-Broschüre erstellt - ein Vortrag im Nationalpark gehalten - & ein Beitrag für die NP Zeitschrift erstellt

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