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Wien, Jänner 2017

Rehwildfütterung im Fokus

Das IWJ beteiligt sich seit Jahren aktiv an der internationalen Forschungskooperation EURODEER. Die in Österreich gesammelten Daten werden im europäischen Kontext gemeinsam analysiert. Ein aktueller Beitrag dieser Arbeitsgruppe, unter Mitarbeit von Robin Sandfort, beschäftigt sich mit der Frage welche Faktoren die Nutzung von Winterfütterungen durch Rehe beeinflussen.

180 besenderte Rehe, aus neun europäischen Populationen, wurden dafür untersucht. Die Rehe nutzten die angebotenen Winterfütterungen opportunistisch. Einen positiven Einfluss auf die wöchentliche Fütterungsnutzung hatten tiefe Lufttemperaturen und der aktive Zustand der Fütterungen. Je stärker die Fütterungen besucht wurden je kleiner wurde das individuelle Streifgebiet der Rehe. Negativ auf die Fütterungsnutzung wirkte sich die Konkurrenz mit anderen Schalenwildarten aus. Die Studie zeigt wie groß der Einfluss der Winterfütterung auf die individuelle Raum-Zeitnutzung der Rehe sein kann und wie wichtig eine Berücksichtigung dieses Faktors für weitere Untersuchungen zur Ökologie des Rehwilds ist.

Originalartikel:
Ossi, F., J.-M. Gaillard, M. Hebblewhite, N. Morellet, N. Ranc, R. Sandfort, M. Kroeschel, P. Kjellander, A. Mysterud, J. D. C. Linnell, M. Heurich, L. Soennichsen, P. Sustr, A. Berger, M. Rocca, F. Urbano, and F. Cagnacci. (2017) Plastic response by a small cervid to supplemental feeding in winter across a wide environmental gradient. Ecosphere 8(1)

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ecs2.1629/full