Erfassung, Analyse und Bewertung der Pflanzenvielfalt von extensiven Dachbegrünungen im Vergleich mit Flachdächern mit spontanem Vegetationsaufkommen in Wien

Wie artenreich sind die Dächer Wiens?

Diese Frage und viele Fragen mehr wollen wir beantworten. In der Stadt sind freie, unverbaute Flächen, auf denen sich Pflanzen ansiedeln können selten. Bereits in den 1980ern starteten die ersten Versuche in Europa, die Dächer zu begrünen. Ziel war es, auf den Dächern Lebensräume für Fauna und Flora zu schaffen und das Stadtklima zu verbessern. Heute haben Dachbegrünungen bereits weitaus mehr Funktionen. Dachbegrünungen dienen nicht nur der Speicherung von Regenwasser und damit der Kühlung der Stadt, sondern auch der Isolation von Gebäuden. Darüber hinaus werden Dachbegrünungen aus ästhetischen Gründen von den Stadtbewohnern und Stadtbewohnerinnen geschätzt. Das ursprüngliche Ziel geriet bei den innovativen Entwicklungen der Begrünungstechniken etwas in den Hintergrund. Es gibt wenige Untersuchungen über die Auswirkungen von Dachbegrünungen auf die Biodiversität von Städten. Noch weniger Forschungsarbeiten wurden über das Dach als potentieller Lebensraum für Pflanzen der Stadt verfasst.

Mit diesem Projekt soll der Fokus wieder auf die ökologische Funktion von Dachbegrünungen und die Auswirkungen auf die Artenvielfalt der Pflanzen in der Stadt gelegt werden. Auf 20 extensiv begrünten Dächern, d.h. Dächer mit einem leichten Aufbau mit max. 20cm tiefen Substrat, wird in einer gesamten Vegetationsperiode, von April bis Oktober, die Entwicklung der Vegetation beobachtet und dazu auch klimarelevante Daten, wie zum Beispiel Temperatur und Luftfeuchtigkeit, aufgezeichnet. Ein weiterer wichtiger Aspekt des Projektes ist die Erforschung der Pflanzenarten, die nicht bewusst am Dach ausgepflanzt oder gesät werden. Dazu werden weitere 20 Dächer untersucht, die keine Dachbegrünung vorweisen. Wir wollen wissen, welche Pflanzenarten von sich aus die Dächer Wiens besiedeln und wie sie auf das Angebot der begrünten Flächen in Wien reagieren.

Diese Forschungsarbeit soll dazu beitragen die Qualität der Dachbegrünungen in Wien zu bewerten und in Zukunft nachhaltig zu gestalten. Die Projektlaufzeit beträgt 12 Monate. Der Start des Projekts ist für Jänner 2018 geplant. Eine Vorstudie wird im Jahr 2017 durchgeführt. Die Ergebnisse sollen nicht nur in wissenschaftlichen Fachzeitschriften publiziert werden, sondern auch für alle Wiener und Wienerinnen online verfügbar sein. Dazu wird ein Leitfaden verfasst, der alle Informationen für eine Dachbegrünung enthält, die die Biodiversität der Stadt Wien fördert.

 

Das Projekt wird vom Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Universität für Bodenkultur Wien finanziell unterstützt.

Link: Projekt im BOKU-FIS