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Universität für
Bodenkultur Wien

Gregor Mendel Straße 33
A-1180 Wien, Österreich
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Altersschätzung durch Zahnschliff bei Rotwild und Rehwild

Zur Überprüfung der für jagdliche Entnahmen in den Jagdgesetzen verankerten Altersklassenzuordnung ist es notwendig eine möglichst genaue Alterszuordnung der erlegten Stücke, vor allem beim Rotwild durchzuführen. Die erforderliche Altersschätzung wird in der Praxis an Hand des Abnutzungsgrades der Zähne durchgeführt. Da eine zuverlässige Schätzung mit dieser Methode oft nicht möglich ist, sind Fehleinschätzungen und dadurch Unsicherheit und Streit oft vorprogrammiert.

Als Ergänzung zur Altersschätzung nach der Zahnabnutzung bietet das Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien nun an, zusätzlich eine Alterschätzung mittels Zahnschliff (in Anlehnung an MITCHELL 1967) zum Preis von Euro 40,-- durchführen zu lassen.

Diese Möglichkeit der Altersschätzung  besteht in einem Schnitt und Anschliff des 1. Molars. Zwischen den Wurzelhälsen wird jährlich eine Zementschicht angelagert, die in der Regel Jahrringe erkennen lassen.

Leider ist die sogenannte Altersbestimmung mittels Zahnschliff keine exakte Methode! Das Verfahren wurde an Gatterwild entwickelt, wo dem Wild jährlich ein gleichmäßiges Äsungsangebot zur Verfügung stand. Zahlreiche Untersuchen belegen, dass man mit dieser Schätzmethode einen Fehler von +/- 1 Jahren erreichen kann, da fallweise jährlich mehrere Ringe ausgebildet werden (z.B. unterschiedliche Stressbelastung, Äsungsverhältnisse, Witterungseinflüsse), bzw. dass in manchen Jahren gar keine Jahrringe ausgebildet werden.

Nicht bei allen Zahnschnitten lassen sich weiße und durchsichtige Linien sicher voneinander abgrenzen. Als Ursache für diese schon lange bekannte Tatsache werden hauptsächlich Einflüsse durch das Äsungsangebot angenommen. In manchen Gebieten ist die Verringerung des Stoffwechsels im Winter unter Umständen durch z.B. eine intensive Winterfütterung so weit abgeschwächt, dass eine deutliche Linienbildung im Zahnzement unterbleibt. Etwa bei 15 bis 20 % der Hirschkiefer kann keine Altersschätzung mit dieser Methode durchgeführt werden. Sie erhalten in diesem Fall lediglich eine Schätzung des Alters nach der Zahnabnutzung

Senden Sie einfach jenen Unterkieferast, den Sie nicht bei der amtlichen Trophäenbewertung abgeben müssen an das

Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft
Universität für Bodenkultur Wien
zHd. Rudolf HAFELLNER
Gregor Mendel Straße 33
1180 Wien

Das Gutachten über das geschätzte Lebensalter, die Rechnung und der angeschnittene Unterkieferast werden Ihnen schnellstmöglich zugesendet.


Literatur
MITCHELL, K.H. (1967) Growth layers in dental cement for determining the age of Red deer (Cervus elaphus L.) Journal of Animal Ecology, 36: 279-293

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